Auf Schiene gebracht

Stilvoll von Venedig nach Istanbul, exotisch von Bangkok nach Laos oder abenteuerlich von Peking nach Lhasa. Faktum hat sich das "Reisen auf Schienen" näher angesehen.

Als Fortbewegungsmittel rangiert der Zug neben Auto oder Flugzeug eher am Abstellgleis. Als notwendiges Übel, als Pendler-Transportmittel zuckelt die Bahn am Rande unseres Alltags dahin. Wer denkt in Verbindung mit Urlaub und Reisen heute noch an den Zug? Viele ...

Was aber macht Zugreisen zur Non-plus-ultra-Reiseerfahrung, was macht Lokomotive und Waggons zum Vehikel des ultimativen Cinemascope-Erlebnisses? Antwort: die Zugreisen von heute. Ihre Namen sind Geschichte und lassen längst vergangenen Zeiten des Reisens wieder auferstehen: Orient-Express, The Royal Scotsman, The Blue Train und die Transsibirische Eisenbahn.

(…) Eine weniger luxuriöse, aber dafür umso intensivere Reiseerfahrung per Zug bietet Alliance For Nature zusammen mit dem Reisebüro Ganesha Reisen an. Reisen allein besteht eben nicht nur aus Erfahrungen und Emotionen, sondern auch aus dem Erkenntnisprozess. Dieser bleibt jedoch nur denjenigen vorbehalten, die sich trauen, mehr als nur mit der großen Zehe ein Land zu bereisen. "Im Rahmen unserer Welterbe-Reisen trachten wir danach, ‚Land und Leute‘ so intensiv als möglich zu vermitteln. Unsere Teilnehmer ‚tauchen ein‘ in das Land, das sie gerade bereisen, und genießen dadurch hautnah die Atmosphäre und das Flair der jeweiligen Region. Deshalb benützen wir bei unseren Reisen mit der Transsibirischen Eisenbahn auch Regelzüge und keine ‚abgeschotteten‘ Sonderzüge", erzählt Christian Schuhböck, Generalsekretär der Alliance For Nature, die Reisen zu UNESCO-Weltkulturerbestätten anbietet – unter anderem auch auf Schiene. Die Pluspunkte einer Weltkulturerbe-Reise per Zug, vor allem was die Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn betrifft, erklärt Schuhböck anhand von ein paar Beispielen: "Aufgrund der ‚Selbstversorgung im Zug‘ haben die Teilnehmer zum Beispiel die Möglichkeit, frisch gekochte russische Spezialitäten bei sibirischen Händlerinnen in den Bahnhöfen selbst einzukaufen. Das spart nicht nur bei den Reisekosten, sondern bietet den Teilnehmern auch das Erlebnis, für wenig Geld fernöstliche Köstlichkeiten direkt vor Ort zu erwerben." Der Weltkulturerbe-Spezialist freut sich bereits auf das kommende Jahr, denn Reisen mit der Transsibirischen Eisenbahn erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Viele der Teilnehmer sind sogar bereit, länger als zwei bis drei Wochen ihres Urlaubs auf Schiene unterwegs zu sein. Mit Ganesha Reisen hat sich Schuhböck einen professionellen Partner ins Boot geholt, der das nötige Reise-Know-how mitbringt, um die recht anspruchsvollen Reisen auch zu verkaufen.

Auszug aus dem Beitrag der Reisejournalistin Romana Kanzian im Reisemagazin "FAKTUM" (12/2006), herausgegeben im Mucha Verlag