Neusiedler See

Besserer Schutz für Welterbestätte notwendig

NeusiedlerseeAls einzigartiger Steppensee Mitteleuropas umfaßt der Neusiedler See eine Fläche von rund 320 km2, wovon knapp 180 km2 auf den Schilfgürtel entfallen. Die große Vielfalt an Lebensräumen ermöglicht einen hohen Artenreichtum an teils seltenen und gefährdeten Tier- und Pflanzenarten. Vor allem als eines der bedeutendsten Vogelreservate Europas genießt der See mehrfachen internationalen Schutz (UNESCO-Biosphärenreservat seit 1977, Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung gemäß Ramsar-Konvention seit 1982, grenzüberschreitender Nationalpark seit 1991 bzw. 1993). 2001 wurde der Neusiedler See zur grenzüberschreitenden Welterbestätte gemeinsam mit Ungarn in der Kategorie „Kulturlandschaft“ erklärt.

Dennoch wird Raubbau an diesem Biosphärenreservat betrieben, kritisiert Prof. Nick Titz, Vorsitzender der UNESCO ARGE Burgenland. So werden z.B. im Schilfgürtel riesige Hafenanlagen und Freizeiteinrichtungen errichtet sowie Ackerflächen und Obstplantagen angelegt. Auch ALLIANCE-Generalsekretär Christian Schuhböck sieht den Eingriffen mit großer Besorgnis entgegen und fordert bessere Schutzmaßnahmen für den Neusiedler See. U.a. sind die Eingriffe in den Grundwasserhaushalt zu beenden, Kanäle rückzubauen, um Wasser im Gebiet zu halten und bei der Abgrenzung des geplanten Welterbe-Gebietes ist auch das hydrologische Einzugsgebiet des Neusiedler Sees und Seewinkels in Form von Pufferzonen zu berücksichtigen. Zukünftig wäre aus der Sicht der ALLIANCE FOR NATURE auch eine internationale Kooperation zwischen den Nationalparken Neusiedler See und Ichkeul in Tunesien einzugehen, da Zugvögel beide Reservate für ihre Wanderungen nutzen und benötigen.

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