Grüner See / Hochschwab

Erfolg: Grüner See wurde unter Naturschutz gestellt

Medienberichte:
Naturjuwel Grüner See (Magazin D1, Juli 2010)
Ein Dankeschön an Stefan Schlögl (Kleine Zeitung, 3.7.2007)
"GERETTET" (Salzburger Nachrichten, 30.11.2006)

Verordnung der Steiermärkischen Landesregierung
Erläuterungen zur Verordnung
Karte Grüner See (252 KB)
Orthophoto Grüner See (96 KB)
Bildergalerie von der Naturschutzfeier am Grünen See (Tragöß, Steiermark 30.7.2007)

HochschwabAnlass der Initiative "Grüner See / Hochschwab – Naturschutz für Wasserschutz"

Seit den 1990er-Jahren gibt es Pläne, große Mengen an Quellwasser – man spricht von 15 – 20 Millionen Liter Wasser pro Tag – aus der Region um den Grünen See am Südfuß des Hochschwabs abzuleiten. Die Bevölkerung vor Ort befürchtet(e), dass infolge dessen der smaragdgrüne See austrocknen und die Landschaft veröden könnte. 1996 wurde zwar die Einzigartigkeit des Biotopverbundes rund um den Kreuzteich, den Grünen See, das Regenmoor und den Pfarrerteich durch die Arbeitsgruppe "Biotopschutz Obersteiermark" nachgewiesen. Doch wurde damals eine Unterschutzstellung als Naturschutzgebiet vom Amt der Steiermärkischen Landesregierung als "nicht zielführend" abgelehnt, da dem Gebiet angeblich die Schutzwürdigkeit und Schutzbedürftigkeit fehle. Wasserableitungen in benachbarten Regionen zeigten aber sehr deutlich deren Auswirkungen (Trockenfallen von Flüssen, Verödung der Landschaft). Aufgrund des Mosaiks aus Waldungen, kristallklaren Gewässern, Auwaldzonen und Mooren hatte die Region rund um den Grünen See zwar den Status eines Landschaftsschutzgebietes, doch dieses schützte die Region nicht vor Wasserableitungen. Denn der Schutz des Wassers ist in einem Landschaftsschutzgebiet nicht enthalten. Dementsprechend entschlossen sich die Bürgerinitiative "Grüner See - Natur" und "Alliance For Nature" dazu, den Status eines Naturschutzgebietes für den Grünen See anzustreben.

"Das Feuer des Smaragds" – Resolution und Petition

Im Rahmen der öffentlichkeitswirksamen Aktion "Das Feuer des Smaragds" im August 2000 wurde die Bevölkerung von diesen Plänen informiert und eine entsprechende Resolution an den Steiermärkischen Landtag verfasst. In der Folge wurde die Resolution als Petition eingebracht.

Gutachten über Schutzwürdigkeit

Da die Beamten der Naturschutzabteilung im Amt der Steiermärkischen Landesregierung die Schutzwürdigkeit immer noch anzweifelten, erstellte "Alliance For Nature" mit Unterstützung der Bürgerinitiative "Grüner See – Natur" ein Gutachten und konnte darin die Schutzwürdigkeit des Grünen Sees nachweisen. In der Folge beantragte "Alliance For Nature" (AFN) neuerlich, den Grünen See am Fuße des Hochschwabs unter Naturschutz zu stellen. In ihrem Gutachten hob "Alliance For Nature" die außergewöhnliche Hydrogeologie dieses smaragdgrünen Sees hervor und zog zudem einen Vergleich mit dem Lake Moraine in den Kanadischen Rocky Mountains, die von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt wurden. Ein Generalgutachten, erstellt im Auftrag der Naturschutzabteilung im Amt der Steiermärkischen Landesregierung, bestätigte die Aussagen des AFN-Gutachtens, doch aus politischen Gründen blieb eine Unterschutzstellung des Grünen Sees als Naturschutzgebiet versagt.

Naturschutz per Verordnung

Kurz nachdem es in der Steiermark zu einem politischen Regierungswechsel kam, brachte "Alliance For Nature" eine neuerliche Petition mit dem Antrag auf gesetzliche Verankerung des Naturschutzgebietes "Grüner See / Hochschwab" ein. Mitte Oktober 2006 wurde schließlich der Grüne See von der Steiermärkischen Landesregierung per Verordnung zum Naturschutzgebiet erklärt.

Naturschutz für Wasserschutz

Erst die Erklärung zum Naturschutzgebiet verhindert in dem hydrologisch äußerst sensiblen Gebiet am Fuße des Hochschwabs eine umfangreiche Ableitung von Quell- bzw. Grundwasser. Dadurch bleibt nicht nur der natürliche Grundwasserhaushalt erhalten, sondern auch die zahlreichen Oberflächengewässer wie der Kreuzteich und der Grüne See konnten durch diese Initiative für kommende Generationen gerettet werden. Aufgrund der sensiblen Gesetzgebung (Verordnung), für die sich ebenfalls "Alliance For Nature" eingesetzt hat, profitiert zudem auch der sanfte Tourismus.


Grüner See – Schönster Platz Österreichs

Dessen Erhaltung ist einigen wenigen Personen zu verdanken.

(Pressemitteilung der ALLIANCE FOR NATURE vom 27. Oktober 2014)

Vergangenen Samstag, 25. Oktober 2014, wurde der Grüne See am Hochschwab in der ORF-Sendung „9 Plätze – 9 Schätze“  mit rund 985.000 Zusehern zum schönsten Platz Österreichs gewählt. Noch in den 1990er Jahren war dieses Naturjuwel von Zerstörung bedroht, sollte doch dessen Wasser großteils abgeleitet werden.

Deshalb bemühte sich die Tragösser Bürgerinitiative „Grüner See – Natur“ unter Leitung von Stefan Schlögl, Kurt Schlesinger und Franz Mohr für die Unter-Naturschutz-Stellung des Grünen Sees. Doch die steiermärkische Landesregierung lehnte dieses Ansinnen ab. Deshalb rief die Bürgerinitiative die Naturschutzorganisation „Alliance For Nature – Allianz für Natur“ um Hilfe.

Über Jahre hindurch kämpften Bürgerinitiative und „Alliance For Nature“ Seite an Seite um die Unter-Naturschutz-Stellung des Grünen Sees – jedoch vergeblich. Die Politiker blieben stur und der Steiermärkische Landtag lehnte die Petition der „Alliance For Nature“  betreffend gesetzlicher Verankerung des Naturschutzgebietes „Grüner See am Fuße des Hochschwabs“ ab, „weil ihm die Schutzwürdigkeit aber auch die Schutzbedürftigkeit fehlt“.

Nachdem Stefan Schlögl und Kurt Schlesinger verstorben waren, löste sich die Bürgerinitiative größtenteils auf. „Alliance For Nature“ entschloss sich daher, von Wien aus die Unter-Naturschutz-Stellung des Grünen Sees weiter zu betreiben.

Erst als Waltraud Klasnic die Steiermärkische Landtagswahl 2005 (und somit auch ihren Landeshauptmannsessel)  verlor, gelang der Durchbruch zugunsten der Erhaltung des Grünen Sees. Infolge einer abermaligen Petition seitens „Alliance For Nature“ wurde der „Grüner See / Hochschwab“ per Verordnung vom 16. Oktober 2006 zum Naturschutzgebiet erklärt.

Dass in diesen Tagen fast eine Million Zuseher den Grünen See am Hochschwab zum schönsten Platz Österreichs kürten, ist natürlich höchst erfreulich, aber zugleich ein Armutszeugnis für die steiermärkische Landespolitik unter Ex-Landeshauptfrau Waltraud Klasnic.

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