Solidaritätsbekundung zum "Welterbe Dresdner Elbtal"

Medienberichte:
Deutschlands Welterbe (Deutsche Briefmarken-Zeitung, 19.09.2014)
Immer Ärger mit den Brücken (Wiener Zeitung, 08.06.2009)
Dresdner Brückenbau stellt Unesco-Konvention infrage (Standard, 18.04.2009)

ALLIANCE FOR NATURE beobachtet mit Besorgnis die Entwicklung im Dresdner Elbtal. Denn diese Landschaft entlang der Elbe mit seinen außergewöhnlichen Kulturdenkmälern zählt seit 2004 zum "Erbe der Menschheit" und musste bereits zwei Jahre später (Juli 2006) wegen eines geplanten Brückenbaues auf die "Rote Liste" des gefährdeten Welterbes gesetzt werden. Doch obwohl das UNESCO-Welterbe-Komitee die Bundesrepublik Deutschland aufforderte, das Bauvorhaben "Waldschlösschenbrücke" zu stoppen und nach alternativen Lösungen zu suchen, werden Bauvorbereitungen getroffen.
ALLIANCE FOR NATURE appelliert daher an die Bundesrepublik Deutschland, das Dresdner Elbtal, eine Fluss- und Kulturlandschaften von "außergewöhnlichem universellem Wert", nicht diesem Brücken- und Straßenprojekt zu opfern. Denn schließlich sind alle jene Natur- und Kulturlandschaften bzw. Kulturdenkmäler, die von der UNESCO zum "Welterbe der Menschheit" erklärt wurden, nicht nur im Interesse des betroffenen Staates, sondern vor allem im Interesse der gesamten Völkergemeinschaft zu schützen und zu erhalten.
Die Besorgnis der ALLIANCE FOR NATURE bezüglich Dresdner Elbtal richtet sich aber auch dahin gehend, dass im Falle eines Brückenbaues die Glaubwürdigkeit und Wertigkeit der UNESCO-Welterbe-Konvention in Frage gestellt wird und sich ein Domino-Effekt mit unabsehbaren Folgen für viele weitere Welterbestätten in Europa als auch auf anderen Kontinenten entwickeln könnte.
ALLIANCE FOR NATURE bekundet demnach gegenüber jenen verantwortungsvollen Menschen von Dresden und Umgebung, die sich für den Schutz und die Erhaltung des "Welterbes Dresdner Elbtal" einsetzen, ihre Solidarität.

Pressekonferenz zum "Welterbe Dresdner Elbtal"

Im Hotel Taschenbergpalais Kempinski in Dresden appelliert Christian Schuhböck als Generalsekretär der "Alliance For Nature" am 15. April 2009 im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Dresdner Welterbe-Bewegung an die deutsche Bundesregierung, alle Schritte zu unternehmen, um das "Welterbe Dresdner Elbtal" vor der sogenannten Waldschlösschenbrücke zu bewahren. Vor allem Bundeskanzlerin Angela Merkel möge die Zeit bis zur Sitzung des UNESCO-Welterbe-Komitees im Juni 2009 nutzen, um den Brückenbau zu stoppen und die drohende Aberkennung des Welterbe-Titels abzuwenden.

Appell an Bundeskanzlerin Angela Merkel

In einem offiziellen Brief appelliert "Alliance For Nature" an Frau Bundeskanzlerin Angela Merkel und die deutsche Bundesregierung, alle notwendigen Schritte zu setzen, damit der vom UNESCO-Welterbe-Komitee ohnedies schon seit längerer Zeit geforderten Baustopp für die sogenannte "Waldschlösschenbrücke" in Dresden erfolgt sowie entsprechende Rückbau­maßnahmen durchgeführt werden, damit der Welterbe-Status für das Dresdner Elbtal erhalten bleibt.

Nachtrag aufgrund der

Streichung des Weltkulturerbes „Dresdner Elbtal“ aus der Welterbe-Liste

Die Politiker beharrten jedoch am Bau der sogenannten „Waldschlösschenbrücke“, einem mehrspurigen Autobahnzubringer, und veranlassten den Präsidenten der Deutschen UNESCO-Kommission, Walter Hirche, zu folgendem Appell:

„Die Entscheidung des Welterbe-Komitees ist eindeutig. Wir sind gut beraten, sie sehr ernst zu nehmen. Ich rufe alle in Deutschland zuständigen Stellen auf Ebene des Bundes, des Freistaats Sachsen und der Stadt Dresden auf, die weiteren Schritte intensiv und gemeinsam zu beraten. Ein Baubeginn mit unveränderten Plänen hätte nunmehr mit großer Wahrscheinlichkeit den Verlust des Welterbe-Titels für Dresden zur Folge. Dies wäre ein in der über 30-jährigen Geschichte der Welterbe-Konvention beispielloser Vorgang, der dem internationalen Ansehen Deutschlands als Kulturnation erheblich schaden würde. Welterbe bedeutet, dass vor Ort nicht ohne Einbeziehung der weltweit geltenden Regeln entschieden werden kann."

Doch alle Appelle der UNESCO, Protestaktionen und Demonstrationen waren umsonst; die Brücke wurde gebaut. Dadurch sah sich das UNESCO-Welterbe-Komitee zur Streichung des Weltkulturerbes „Dresdner Elbtal“ aus der Welterbe-Liste veranlasst, die 2009 erfolgte. Eine Blamage mit weltweit negativer Vorbildwirkung, die der Bundesrepublik Deutschland voraussichtlich ewig anhaften wird.

Vollständiger Wortlaut des Briefes

Links:

www.welterbe-dresdner-elbtal.de
www.welterbe-erhalten.de
www.elbtunnel-dresden.de/

Waldschlösschen-Blick

'Blaues Wunder'-Brücke

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Christian Schuhböck bei der Pressekonferenz
am 15. April 2009 in Dresden